Verschärfte Energieausweise: Die EU-Vorgabe (EPBD)
Eine große Neuerung betrifft die Transparenz über den energetischen Zustand. Bis Mai 2026 muss Deutschland die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) umsetzen. Dies führt zur europaweiten Vereinheitlichung der Energieausweise. Diese werden künftig mit einer klaren Skala von A bis G versehen und müssen konkrete Empfehlungen für Effizienzmaßnahmen enthalten.
Neue Heizpflichten durch das GEG
Die Bundesregierung strebt eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) an, um das Gesetz technologieoffener, flexibler und einfacher zu gestalten. Derzeit ist jedoch unklar, welche konkreten Pläne bis zur angestrebten Novellierung im Mai 2026 tatsächlich vorliegen werden.
Sollte es bei den aktuell gültigen Regelungen bleiben, tritt die sogenannte 65-Prozent-Pflicht (Betrieb neuer Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien) in Großstädten ab 100.000 Einwohnern, wie etwa Koblenz, spätestens am 30. Juni 2026 in Kraft. Dies betrifft den Austausch alter Heizungen in Bestandsbauten. Bereits eingebaute Öl- oder Gasheizungen dürfen zwar weiter betrieben werden, solange sie funktionsfähig sind. Doch die Ungewissheit über die künftige Förderlandschaft und die steigenden Anforderungen erhöhen den Druck auf Verkäufer und beeinflussen die Kalkulationen potenzieller Käufer von Bestandsimmobilien.
Förderlandschaft: Kürzungen und neue Anreize
Im Bereich der staatlichen Förderung gibt es eine Neuausrichtung. Einerseits sind im Bundeshaushalt Kürzungen für die allgemeine Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG-Förderung) vorgesehen, was die Finanzierung von umfassenden Sanierungen schwieriger machen könnte. Andererseits setzt die Politik gezielte Anreize. Das geplante Programm „Jung kauft Alt“ bietet zinsverbilligte Kredite für Familien, die Bestandsimmobilien kaufen und sanieren. Ebenso ist die Rückkehr der Förderung für altersgerechtes und barrierefreies Umbauen geplant. Auch eine Förderung für private Ladestationen in Mehrfamilienhäusern ist vorgesehen.
Wichtige Anpassungen bei der Grundsteuer
Im administrativen Bereich stehen ebenfalls Änderungen an. Durch die Umsetzung der Grundsteuerreform und die Anpassung der Hebesätze durch die Kommunen kann die Grundsteuer 2026 weiter ansteigen. Dieser Kostenfaktor gilt es beim Verkauf transparent zu kommunizieren.
Marktprognose: Zinsniveau und Preisentwicklung
Experten erwarten für das Jahr 2026 eine Stabilisierung der Bauzinsen in einer Spanne von etwa 3,1 bis 3,7 Prozent. Das kann dazu führen, dass die Nachfrage nach Wohneigentum wieder spürbar anzieht. Infolgedessen wird mit einer moderaten Preissteigerung von etwa drei Prozent im Bundesdurchschnitt gerechnet. In Ballungszentren sind jedoch auch höhere Anstiege möglich. Die anhaltende Wohnraumknappheit stützt diese positive Entwicklung.